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Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen wieder einmal: Bereits im Mutterleib nehmen Ungeborene Sprache wahr.

Selbstverständlich verstehen sie nicht den Inhalt des gesprochenen Wortes, dennoch können bereits Föten Stimmen unterscheiden und ihre „Muttersprache“ anhand der Sprachmelodie aus anderen Sprachen herausfiltern. 

Dieses grundlegende Sprachverständnis gilt es bei kleinen Kindern wachzuhalten.

Eine natürliche Wissbegierde und Lernbereitschaft ist ihnen bereits angeboren und die gilt es für den Spracherwerb zu nutzen. 

Das geschieht, wenn Menschen – besonders alle Mitglieder der Familie – mit dem Kind sprechen, und zwar so oft es geht. 

Für Erwachsene ist es nicht immer einfach, mit einem Baby oder Kleinkind, das selbst noch nicht spricht, aktiv zu kommunizieren. Doch gerade in dieser Phase ist es wichtig, viel und anregend mit dem Kind zu kommunizieren.

Das passiert im Gehirn beim Sprechen

Denn was passiert auf neuronaler Ebene?
Das Sprachzentrum im Gehirn des Kleinkindes speichert jedes Wort ab. 

Sobald die physischen Möglichkeiten des Sprechens geschaffen sind, wird es die einzelnen Worte abrufen. Vom ersten „Mama“ bis hin zu vollständigen, grammatikalisch korrekten Sätzen liegen daher meist nur ein paar Monate – vorausgesetzt, mit dem Kleinkind wurde viel gesprochen.

Fragen immer beantworten

Was passiert nun, wenn die erwachsene Bezugsperson mit dem Kind nur wenig spricht oder es ständig abweist – etwa mit den Worten: „Das erkläre ich Dir später, jetzt bist Du noch zu klein?“ 

Zum einen besteht die Gefahr, dass das Kind nicht die wichtige Erfahrung macht, das Kommunikation dazu dient, Kontakt zu anderen Menschen – innerhalb und außerhalb der Familie – herzustellen. Auch um Wünsche zu äußern bzw. – noch weiter gefasst – soziale Kontakte, die auf Vertrauen basieren, eingehen zu können. 

Darüber hinaus erwirbt das Kind keinen ausreichenden Wortschatz – ein intellektuelles Defizit, das in späteren Jahren nur noch schwer zu reparieren ist.

Auch wenn es manchmal schwerfällt

Es ist daher wichtig, schon mit Kleinkindern und Kindern im Kindergartenalter nicht nur zu sprechen, sondern auch ihre Fragen zu beantworten – gerne auch mehrfach hintereinander und auch dann, wenn das Kind die Antwort nur in Teile verstehen kann.

Vertrauen schaffen und erfahrbar machen

Dazu ist es wich​​​​​tig, dass die Beziehung zwischen lernendem Kind und Erwachsenen auf Vertrauen beruht, das Kind also die Erfahrung macht, auf Fragen (kindgerechte) Antworten zu bekommen statt verbal (mit Worten) herabgesetzt zu werden.

Beim Stichwort „verbale Herabsetzung“ noch ein Hinweis, wie Kinder außerdem beim Erwerb der Muttersprache unterstützt werden können: Ermuntern Sie das Kind so oft es geht, selbst zu sprechen.

Schaffen Sie dazu einen Raum, in dem das Kind sich ausprobieren kann, ohne dass über es gelacht oder es ständig unterbrochen oder korrigiert wird.

Machen Sie sich nicht über ein Kind lustig, wenn das ein oder andere Wort noch nicht flüssig über die Lippen kommt und lassen Sie es aussprechen, auch wenn es oft lange dauert, bis die kurze Geschichte aus dem Kindergarten fertig erzählt ist. 

Im Kindergartenalltag werden wir immer wieder darauf aufmerksam, dass Eltern bei ihren Kindern ein Hörproblem vermuten. Etwa, wenn Wörter oftmals falsch ausgesprochen werden (etwa „bauchen“ statt „brauchen“ oder „Dabel“ statt „Gabel“) oder die Grammatik falsch angewendet wird (etwa: „heute ich mit Mama einkaufen gehe“ oder ähnliches). 

Vermuten Sie nicht immer gleich eine Krankheit

Natürlich gibt es Fälle, in denen tatsächlich eine Störung bei der Verarbeitung akustischer Signale vorliegt – ein Ohrenarzt kann das schnell abklären – leider haben derartige Probleme bei dem Erwerb der Sprache jedoch häufig andere Ursachen – mit dem Kind wurde schlichtweg zu wenig gesprochen bzw. das Kind hatte zu wenig Gelegenheit, seine Kommunikationsfähigkeiten zu erproben.

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der grundschueler

Ursula Gräbe

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